Historisches zum 130. Jubiläum

Ein Wort voraus

Die nachfolgenden Ausführungen über das Feuerlöschwesen der Stadt Ebersbach von den Anfängen bis in die Gegenwart, beruhen im Wesentlichen auf einer umfangreichen Schrift von Ferdinant Hesse sowie auf Aufzeichnungen von August Weise in der Ebersbacher Chronik. Viele wertvolle Unterlagen über das Feuerlöschwesen wurden 1945, kurz vor dem Einzug der Sowjetarmee in Ebersbach, mit städtischen Akten in der damals noch vorhandenen Gasanstalt sinnlos verbrannt. Auch Protokolle der Freiwilligen Feuerwehr sind verlorengegangen.

Die geschichtliche Darstellung über das Ebersbacher Feuerlöschwesen ist auf dem noch vorhandenen Material sowie aus Erzählungen von alten Angehörigen der Feuerwehr aufgebaut und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Mit der Herausgabe dieser Broschüre zum 130-jahrigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach erhofft sich diese ein allgemeines Interesse von Burgern der Stadt Ebersbach. Vorweg sei allen Sponsoren gedankt, die durch Ihre Unterstützung die Herausgabe dieser Festschrift erst ermöglichten.

Ein besonderer Dank geht an die Druckerei Israel für die Gesamtgestaltung und den Druck.

Ebersbach, im März 1994

Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach

von Arnold Dutschke

Das Ebersbacher Feuerlöschwesen in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts

Ein geregeltes Feuerlöschwesen hat Ebersbach erst seit Anfang des vorigen Jahrhunderts. Um 1800 herum war die sogenannte Kretschamspritze die einzige im ganzen Ort. Welche Not mögen die Bewohner damals gehabt haben, mit diesem Monstrum von Spritze den Brand des Gerichtskretschams im Jahre 1819 zu bekämpfen. Sie standen machtlos der Feuersbrunst gegenüber, die am 9. Oktober abends m der neunten Stunde durch Unvorsichtigkeit einer durchreisenden Theatergesellschaft ausbrach und sämtliche Kretschamgebäude, ferner die Organistenwohnung und Johann Friedrich Grüttlings Haus vernichtete.

Vielleicht war dieses Brandunglück auch die Veranlassung dazu, dass 1821 eine Schlauchspritze für das Niederdorf und 1824 je eine Spritze für die Haine und das Spreedorf angeschafft wurden. Diese drei Spritzen waren recht kompakt gebaut, hölzerne Fahrzeuge, die wohl einen immerhin kräftigen Wasserstrahl lieferten, aber nur schwerfällige Bewegungen gestatteten. Oft wurde ihre Tätigkeit in Frage gestellt, wenn das Wasser aus größeren Entfernungen geholt werden musste. Das Wasser wurde in Eimern herbeigeschafft und in den Spritzenkasten gefüllt. Dazu waren aber nicht immer genügend Leute bereit.

Die natürlichen Wasserstellen aus denen das Löschwasser gewonnen wurde, waren die beiden Laufe der Spree und des Ritterbachs sowie einige kleine Teiche im Ort. Letztere sind zum Teil heute noch vorhanden. Da auch sie oft zu entfernt lagen, wurden an verschiedenen Stellen des Ortes noch größere Wasserbassins angelegt.

Solche Wasserbehälter, meist in runder Form, gab es z. B. am Markt vor dem Hempelschen Grundstuck, an der Georgswalder Straße wo sich heute der kleine Ruhe- und Spielplatz vor der ehemaligen Gärtnerei Henke, später Morisse, befindet, dann in der Brunnenstraße beim Schweizerhaus“ und schließlich in der Lessingstraße in der Nähe der ehemaligen Fleischerei Kretschmar.

Spritzenmannschaften der Turner

Im Revolutionsjahr 1848 wurde, von freiheitlichen Ideen getragen, in Ebersbach ein Turnverein gegründet. Wegen der von ihm vertretenen politischen Ansichten musste er sich aber jahrelang im Verborgenen halten. Hoch anzurechnen ist ihm, dass sich seine Mitglieder trotzdem bei der Bekämpfung von Bränden immer mit eingesetzt und bald sogar eine eigene Spritzenmannschaft aufgestellt haben. Die von der Feuerwehr begeisterten Turner legten sich auch eine eigene Saugspritze zu, die auf dem Hempel stationiert wurde. Diese Spritze der Turnerwehr baute für 200 Taler der Maschinenbauer Rößner. Die dazu nötigen 200 Ellen Schlauch musste jedoch die Gemeinde aufbringen.

Den Wachdienst bei Bränden hatte schon früher die Schützengesellschaft übernommen. Bis zur Gründung der Spritzenmannschaft durch die Turner blieb es den Einwohnern überlassen, zur Selbsthilfe zu greifen.

Das erste Statut der Wehr

Das erste Statut der Wehr wurde von den Gemeinderäten von Alt- und Neu-Ebersbach am 1. Marz 1870 aufgestellt und, obgleich es im Wortlaut für beide Wehren vollständig übereinstimmte, getrennt in Druck gegeben und herausgebracht. (Ebersbach war von 1839 bis 1. Januar 1877 wegen Streitigkeiten in zwei selbständige Ortschaften geteilt.)

Aus dem Statut, von dem nur noch je 1 Exemplar erhalten geblieben ist, sei zur Charakterisierung der damaligen Verhältnisse nachstehendes erwähnt:

Die beiden Gemeinden wurden in 5 Bezirke eingeteilt.

  • Den 1. Bezirk bildete das obere Oberdorf bis zur Bitterlichschen Bauergasse einschließlich der Eibauer Seite und des Hofeweges.
  • Der 2. Bezirk stellte den weiter abwärts laufenden Ortsteil bis zum Tischler Henke dar.
  • Der 3. Bezirk umfasste das übrige Niederdorf mit Einschluss der Buschmühlhäuser.
  • Der 4. Bezirk bestand aus dem Hempel und der Haine einschließlich der Schützenhäuser.
  • Der 5. Bezirk wurde aus Spreedorf, dem Ortsteil Altgersdorf Ebersbacher Seite und der Hutung oder den Achthäusern gebildet.

Bei Bränden stand der Einsatz zunächst den Mannschaften zu, in deren Bezirk es brannte. Für die entstandenen Kosten eines Brandes, hatte die politische Gemeinde des betreffenden Ortsteils aufzukommen.

Feueralarm wurde durch die Sturmglocke gegeben. Danach wurde noch durch einzelne Glockenschläge der betreffende Ortsteil gekennzeichnet. So wurde ein Feuer im Oberdorf durch einen, im Niederdorf durch zwei, auf der Haine und Hempel durch drei und im Spreedorf durch vier Schlage bekanntgegeben. Das Kommando stand hierbei dem Kommandanten derjenigen Gemeinde zu, wo die Feuerwehr im Einsatz war.

Ab 1930 fiel das Sturmläuten mit der Kirchenglocke weg.

Dem Statut wurde auch eine eingehende Instruktion für Mannschaften beigegeben.

Gründung der Freiwilligen Ortsfeuerwehr

Obwohl es schon 1834 (erneuert 1850) eine „Sächsische Feuerordnung“ gab, schlossen sich erst am 8. April 1864 die Spritzenmannschaften der Turner zu einer Freiwilligen Feuerwehr zusammen. In einer Generalversammlung des Turnvereins wurden die Statuten der Turnerfeuerwehr beraten und angenommen. Zum Kommandanten der neuen Wehr wurde Veterinärarzt Gottlieb Wünsche und als dessen Stellvertreter der Besitzer der Oberschanke, Karl Gottlieb Rößler gewählt. (Die Oberschänke ist das heutige Wohnhaus Nr. 9 in der Oststraße). Als Leiter des Steigerzuges wurden Oskar Röthig und als dessen Stellvertreter Stellmacher Güttler gewählt. Als Leiter der Rettungsmannschaft fungierte Vorturner Morgenstern mit seinem Stellvertreter, dem Vorturner August Weise jun. und schließlich wurde als Leitungsmann der Vorturner Rößner mit seinem Stellvertreter E. Dreßler bestellt. Der 8. April 1864 ist somit der Gründungstag der heutigen „Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach“.

Die Turnerfeuerwehr konnte finanziell nicht durchhalten. Am 19. Juli 1868 wurde festgelegt, dass sich die Mannschaften der Turner-, Kretscham- und Hainespritze usw. (6 Mannschaften) sowie Steig-, Rettungs- und Wachmannschaften zusammenschließen. Bei dieser Versammlung erklärten 89 Manner ihren Beitritt. (29 aus dem Oberdorf, 35 vom Niederdorf, 25 von Haine und Hempel. Das Spreedorf war nicht vertreten.)

Aufgrund eines Vertrages übernahm im gleichen Jahr die Gemeinde die Utensilien der Wehr für 368 Thaler, 8 Groschen, 4 Pfennige, wobei der Turnverein sich verpflichten musste, ein Steigerhaus zu bauen und auch in Zukunft für die Ausbildung der Mannschaften zu sorgen. Am 5. Januar 1869 erfolgte die endgültige Übernahme der Wehr durch die Gemeinde. Zu diesem Zeitpunkt umfasste die Wehr 189 Mann.

Das Feuerlöschwesen 1870 bis 1900

Mit der Übernahme der Wehr durch die Gemeinden Alt- und Neu-Ebersbach und die Aufstellung eines Statutes ordneten sich die Verhältnisse innerhalb des Feuerlöschwesens zusehends und die Wehr begann sich schnell zu entwickeln. Die Mitglieder der Wehr erfüllten freiwillig und mit Hingabe ihre Pflichten bei Branden ebenso wie bei Hilfeleistungen, bei Unwetter und Wassernoten. Sie erwarb sich große Verdienste, wovon noch verschiedene Urkunden beredtes Zeugnis ablegen.

Auch die jeweilige Gemeinde ließ es sich angelegen sein, den Feuerschutz des Ortes ständig sicher zu gestalten, indem der Gerätepark und die Requisiten der Wehr immer mehr verbessert wurden. Die alten Spritzen (Druckspritzen) bei denen das Wasser durch eine Eimerkette mit Ledereimern zugeführt werden musste, wurden nach und nach durch Saugwerke, die auch beweglicher waren, ersetzt. So wurde bereits 1865 die alte „Kretschamspritze“ durch eine Saugspritze ersetzt. Die Zahl der Gemeindespritzen wurde von 5 au£ 7 erhöht. So erhielten der Hempel und das Oberdorf neue, durchaus leistungsfähige Spritzen.

1872 wurden zwei neue Gerätewagen angeschafft und in den Folgejahren die Schlauchbestände erweitert. Neuzeitliche Strahlrohre wurden angekauft, desgleichen Leitern, Dachschlager, Signalhörner und anderes. Selbst ein Schlauchrohr zur Bergung von gefährdetem Getreide wurde erworben. Aber auch Ausrüstungsgegenstande und die Bekleidung der Feuerwehrleute wurde aus der Gemeindekasse bestritten. Sogar Winterbekleidung erhielt jeder Feuerwehrmann. 1874 wurden an Stelle der alten Filzhüte die Feuerwehrhelme aus Leder eingeführt.

Zu diesem Zeitpunkt setzte sich die Wehr zusammen aus:

  • – den beiden Kommandanten
  • – 5 Bezirkshauptleuten
  • – 12 Abteilungsmännern und
  • – 250 bis 280 Mitgliedern in den Mannschaften

Beim Kretscham und an der Spreedorfer Schule befanden sich zu diesem Zeitpunkt je ein Übungsplatz mit Steigerwand. Für das alte, beim Brand der Kretschamscheune verlorengegangene Spritzenhaus, wurde 1880 ein größeres Feuerwehrdepot neben dem damals neuen Kirchschulgebäude (heute Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule) gebaut.

Eigene Spritzen und Feuerlöscheinrichtungen besaß schon 1880 der Bahnhof und die größeren Fabrikunternehmen des Ortes.

Mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Alt- und Neu-Ebersbach zu einer Gemeinde Ebersbach am 1. Januar 1877 kam es auch zu einer Vereinigung der beiden bestehenden Feuerwehren zu einer „Ortsfeuerwehr der Gemeinde Ebersbach“. Daraus ergab sich die Notwendigkeit der Aufstellung einer neuen Feuerlöschordnung sowie neuer Statuten. Die Wehr erhielt den Namen „Freiwillige Ortsfeuerwehr“. Die Verwaltung der inneren Angelegenheiten der Wehr, die Abhaltung von Übungen, die Erteilung von Dienstanweisungen, die Wahlen der Führer und Chargierten und die Disziplinarhandhabungen wurden durch behördlich bestätigtes Grundgesetz nebst Dienstordnung geregelt. Das neue Statut für die Ortsfeuerwehr griff in der Hauptsache zurück auf die alte Satzung von 1870.

In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Wehr eine Sanitärabteilung angegliedert. Diese Abteilung der Wehr hörte 1938 auf zu bestehen, da der Samariterdienst vom Roten Kreuz übernommen wurde.

Welchem Ansehen sich die Freiwillige Ortsfeuerwehr Ebersbach seit ihrer Gründung erfreute, unterstreicht, dass der Bautzner Kreisverband der Feuerwehren (Bautzen war damals Sitz der Kreishauptmannschaft und Löbau Sitz der Amtshauptmannschaft) erstmalig seinen Kreisverbandstag am 27. August 1876 in Ebersbach abhielt. Daran nahmen nicht weniger als 30 Feuerwehren der Oberlausitz mit 1000 Feuerwehrleuten teil. Während dieser Tagung wurde der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach, Oskar Röthig, einstimmig zum Vorsitzenden des Bautzner Kreisverbands gewählt. Weitere Feuerwehr-Verbandstage fanden 1895 und 1909 in Ebersbach statt.

Die erste Betriebswehr in Ebersbach

Im Jahre 1888 ging das größte Textilunternehmen des Ortes, damals noch „Hermann Wünsche“, später „Hermann Wünsches Erben“, dazu über, eine eigene Fabrikfeuerwehr aufzustellen.

Feuerlöscheinrichtungen bestanden in diesem Betrieb schon vorher. Diese Betriebsfeuerwehr begann mit 20 Mann und erhöhte die Zahl ihrer Mitglieder bis 1900 auf 80. Neben kleinen Feuerlöschgeraten stand ihnen anfangs eine Spritze, 1900 aber bereits zwei Spritzen mit einem Zubehör von insgesamt 1300 Meter Schlauch zur Verfügung.

Ihr erster Kommandant war Hauptmann Wilhelm Rößler.

Das größte Textilunternehmen war nach dem ersten Weltkrieg argen wirtschaftlichen Schwankungen unterworfen. So kam es 1932 auch zu einer Teilauflösung der Fabrikfeuerwehr. Eine größere Zahl der Mitglieder der Wehr trat mit ihren Geräten und ihrer Ausrüstung zur städtischen Wehr über, kehrte aber sofort wieder zurück, als die „Spinnerei- und Weberei AG“ gegründet wurde. Unter dem Kommandanten Oskar Olbrich wurde die Wehr 1935 wieder aufgestellt. Diese Wehr verfügte 1954 bei einem Mannschaftsbestand von 40 Leuten über eine Motorspritze, eine mechanische Schiebeleiter und viele andere Geräte.

Die moderne Technik dieser Wehr sowie deren personelle Stärke und gute Ausbildung machte die Betriebswehr seit den 50er Jahren dieses Jahrhunderts zu einem starken Partner der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach. Leider wurde diese Wehr in den Jahren der politischen und wirtschaftlichen Wende 1991/92 sehr stark dezimiert und aufgelöst, was wiederum mit dem Niedergang des Betriebes zusammenhing.

In der Zeit von 1956 bis 1990 bestanden in Ebersbach noch weitere Betriebswehren bzw. Löschgruppen in den Betrieben. So beispielsweise in der Kiwa und der Kerzenfabrik.

Die Ebersbacher Wehr van 1900 bis 1947

In das 20. Jahrhundert ging die Freiwillige Ortsfeuerwehr mit einem Bestand von 308 Mitgliedern. Sie setzte sich zusammen aus 11 Vorgesetzten, 90 Steigern, 141 Druckmannschaften, 10 Signalisten, 50 Absperrmannschaften und 6 Samaritern. Vorhanden waren 7 Spritzen, dazu 1800 Meter Schlauch und außerdem 10 Handspritzen und sowie drei Gerätewagen. Auch eine große Schiebeleiter gehörte zur Ausrüstung.

Am Ausbau der Wehr wurde ständig weitergearbeitet. 1905 wurde eine neue Wagenspritze für den 3. Bezirk und ein neuer Gerätewagen für den 5. Bezirk angeschafft. Im Spreedorf entstand 1908 ein neues Spritzenhaus. Damit erhöhte sich die Einsatzbereitschaft und Schlagkraft der Wehr, was sich bei den oftmals nicht geringen Anforderungen an die Mannschaften der Feuerwehr zeigte.

So zum Beispiel beim Brand des Amtsgerichtes am 31. Dezember 1908, wo die Feuerwehrmänner das Großfeuer nachts bei 12 Grad minus bekämpfen mussten. Das Wasser in den Spritzen fror ein. Schlauch und Leitern vereisten. Die gesamte Nachbarschaft musste für heißes Wasser sorgen, was von den Frauen herbeigeschleppt wurde, um die Spritzen aufzutauen. Auch die Leitern wurden damit begossen, weil sonst die Wehrleute mit ihren Handschuhen daran festgefroren wären.

Dann kam das Jahr 1914. Anstatt, dass die Feuerwehrmänner von Ebersbach das 50-jahrige Bestehen ihrer Wehr feiern konnten, mussten viele von ihnen in den Krieg ziehen, der bis 1918 die Reihen der Wehr stark lichtete. Es folgten die schweren Nachkriegsjahre mit der Inflation, die manch nötige Neuanschaffung und Ausbesserung unmöglich machte. Das Einzige, was damals durchgeführt werden konnte, war die unbedingte Neueinkleidung der Mannschaft. Dafür musste die Gemeinde 53.000 Mark aufwenden. In einem Protokoll der Wehr aus dem Jahre 1923 heißt es: „Dieses Jahr durfte das schwerste nach dem Krieg gewesen sein. Schuld daran trägt die Inflation. An eine ordentliche Weiterbildung war in diesem Jahr nicht zu denken.“

Nach und nach normalisierten sich die Verhältnisse wieder. Die Feuerwehr brachte ihren Mannschaftbestand wieder auf den üblichen Durchschnittsbestand von 230 Mitgliedern. Als 1925 Ebersbach zur Stadt erhoben wurde, galt die Feuerwehr als eine städtische Einrichtung. 1hr wurde nunmehr auch die gebührende Achtung zuteil.

So wurde 1926 eine „Magirus-Leiter“ mit einer Steighohe von 18 Metern angeschafft.

Zur Erhöhung der Brandsicherheit wurden in verschiedenen Ortsteilen auch Schlauchstellen eingerichtet. Die Schlauchbestände waren im Laufe der Jahre auf 3700 m erweitert worden. Das Alarmsystem wurde verbessert. Aus der entstandenen Notlage der lnflationszeit und der folgenden Arbeitslosigkeit ist wahrscheinlich am 2. Juli 1932 die „Begräbniskasse des Bezirksverbandes der Feuerwehren der Amtshauptmannschaft Löbau“ in Lawalde gegründet worden. Im Februar 1936 erfolgte die Umarbeitung selbiger. Mit den Jahren nach 1945 verlor diese Kasse an Bedeutung und es ist nicht feststellbar, wann die Aufhebung derselben erfolgte.

Nach der Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933 war die Feuerwehr nicht mehr nur für die ursprünglichen Aufgaben da. Sie erhielt Polizeibefugnisse und für 900 Mark Lederkoppel und Schulterriemen sowie Stahlhelme als Kopfbedeckung für ihre Einsatze. Die Einteilung und die Dienstgradbezeichnung der Feuerwehrmänner wurden neu geordnet.

So gab es: Feuerwehranwärter während des ersten halben Dienstjahres.

In der Reihe der Beförderungen folgten: Feuerwehrmann, Oberfeuerwehrmann, Löschmeister, Brandmeister, Oberbrandmeister, Hauptbrandmeister und Wehrführer. Eine HJ-Feuerwehrschar musste aufgestellt werden. Bestimmt wurde auch, dass die Feuerwehr mit dem Reichsluftschutzbund zusammenzuarbeiten habe. Angehörige der Feuerwehr, der technischen Nothilfe und des Roten Kreuzes fanden sich in einer speziell gebildeten „Einsatzgruppe für Fliegeralarm“. Zu dieser Zeit wurde eine größere Anzahl Gasmasken angeschafft.

Die damaligen Maßnahmen wurden wohl von vielen Kameraden als größere Härten empfunden. So mussten z. B. die Kameraden, ob sie wollten oder nicht, mit dem Erreichen des 60. Lebensjahres aus dem Feuerwehrdienst ausscheiden.

Im Jahre 1939 bereitete sich die Freiwillige Feuerwehr Ebersbach auf die Feier zum 75-jahrigen Bestehen vor. Doch machte der Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1. September 1939, genauso wie 1914 bei der geplanten 50-Jahr-Feier der erste Weltkrieg, allen Planen ein Ende. Rund 50 Mann wurden sofort zum Heeresdienst eingezogen, so dass nach Ausbruch des Krieges die Freiwillige Feuerwehr nur noch 86 Mann stark war. Zustatten kam bei dieser Sachlage dem örtlichen Feuerschutz die neu gebildete Löschgruppe mit dem automobilen Mannschafts- und Gerätewagen nebst Kraftspritze, um deren Beschaffung sich die Wehrleitung seit Jahren bemühte und die endlich im Mai 1940 in den Dienst gestellt wurde. Zur gleichen Zeit wurde durch diese motorisierte Löschgruppe der neue Unterkunftsraum im städtischen Grundstuck Polenzstraße (heute Garage für DRK-Fahrzeuge) bezogen.

Da die meisten der militärtauglichen Feuerwehrleute zum Kriegsdienst an die Fronten des zweiten Weltkrieges mussten, war die Stadt Ebersbach gezwungen, eine Anzahl von männlichen Einwohnern zum Dienst in der Feuerwehr zu verpflichten. Es handelte sich dabei besonders um Gewerbe- und Geschäftsleute, die vom Militärdienst befreit waren. Bisher konnten keine Aussagen über die Zahl der Dienstverpflichteten gemacht werden, da die Unterlagen dazu wahrscheinlich im Mai 1945 mit verbrannt wurden.

Viele Feuerwehrleute, die an den Fronten des zweiten Weltkrieges kämpfen mussten, kamen 1945 nicht mehr zurück. Die Motorspritze ging, zusammen mit dem Mannschaftwagen der Freiwilligen Feuerwehr, im Mai 1945 ebenfalls verloren, Sie soll als Fluchtfahrzeug in die heutige Tschechei gedient haben. Dieses Fahrzeug wurde aber bald darauf durch eine gleichwertige Motorspritze mit einer Leistung von 800 Liter/Min. ersetzt. Ein neuer Mannschaftswagen, der 12 Mann aufnehmen konnte, wurde durch Umbau eines LKW’s beschafft. Es war wieder ein Neuanfang notwendig. Wie so oft in kritischen Zeiten hat auch jetzt der Wille zum humanen Handeln die Wehr neu entstehen lassen. Wenn auch ein Teil der dienstverpflichteten Männer der Feuerwehr die Treue hielt, musste doch durch intensive Werbung die zwangsweise vorhandene Überalterung abgebaut werden. So konnte in den Jahren nach 1947 eine ganze Anzahl von jungen Leuten für die Feuerwehr gewonnen werden.

Ebersbach erhält eine moderne Wasserleitung

Einen gewaltigen Fortschritt bedeutete für das Feuerlöschwesen des Ortes die 1913 erfolgte Inbetriebnahme der neuen Wasserleitung, die einen Kostenaufwand von 700.000 Mark verursachte. Mit dieser Einrichtung erhielt das gesamte bebaute Ortsgelände zu gleicher Zeit 173 Überflurhydranten, die der Feuerwehr nunmehr zur Verfügung standen. Da die Wasserverhältnisse jederzeit günstig waren, war es möglich, fortan alle Brände, auch Großbrände, erfolgreich zu bekämpfen.

Im Verlaufe der folgenden Jahrzehnte hat sich viel an diesem Wasserleitungsnetz geändert. Auch die Hydrantenzahl veränderte sich. So gab es 1950 im Stadtgebiet 200 Überflurhydranten. Der Einbau von Unterflurhydranten beruht im Wesentlichen auf der Tatsache, dass viele Hydranten im Winter von den Schneepflügen beschädigt wurden. Mitte 1993 waren in Ebersbach 180 Oberflur- und 63 Unterflurhydranten vorhanden. In den Betrieben und auf dem Bahnhofsgelände befinden sich auch noch eine ganze Anzahl von Hydranten.

Dazu kommen noch eine Reihe offener Gewässer, die zur Löschwasserentnahme geeignet sind. Leider wurden es in den vergangenen Jahren immer weniger Löschteiche.

Die Ebersbacher Wehr van 1951 bis heute

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde auch das Feuerwehrwesen den neuen Verhältnissen angepasst. So wurden auch die Ebersbacher Freiwillige Feuerwehr, wie auch die Betriebsfeuerwehr des nunmehrigen VEB Spinnerei und Weberei, dem Volkspolizeikreisamt Löbau, Kommando F, unterstellt.

Bei der Ebersbacher Feuerwehr wurde die Motorisierung durchgeführt. Hierdurch und nicht zuletzt durch die günstige Wasserversorgung im Ort, wurde der frühere umfangreiche Mannschaftsbestand hinfällig. So war für 1954 der Personalbestand der Wehr auf 60 Männer festgelegt. Die Wehr selbst war jedoch immer bemüht, so viel als möglich Angehörige zu haben. Im gleichen Jahr besaß die Freiwillige Feuerwehr einen Mannschaftswagen mit Tragkraftspritzanhänger. Die Spritze selbst hatte eine Leistung von 800 Liter/ min. Dem 5. Bezirk im Spreedorf wurde im April 1954 eine tragbare Spritze mit einer Leistung von 300 Liter/min zugeteilt. Auch ein Luftschaumgerät stand der motorisierten Einsatzgruppe zur Verfügung. Mit verschiedenen Lastkraftwagenbesitzern wurde ein Abkommen getroffen, um bei Ausbruch eines größeren Brandes auch die Mannschaften aus den einzelnen Ortsbezirken schnellstens zur Brandstelle zu befördern, die in ihrem Depot kein Feuerwehrauto hatten.

1956 wurde von der damaligen DDR-Regierung ein Brandschutzgesetz erlassen, in dessen Präambel unter anderen stand: „Der Brandschutz ist ein wichtiger Teil der staatlichen Maßnahmen, die der öffentlichen Sicherheit und Ordnung dient“. Aus diesem Gesetz ergab sich, dass der Bürgermeister in erster Linie für den Personalbestand der Feuerwehr und deren persönliche Ausrüstung verantwortlich war. Uber die technische Ausrüstung und die fachliche Ausbildung entschied im Wesentlichen die Abteilung Feuerwehr beim Volkspolizei-Kreisamt mit dem Brandschutzbeauftragten des Rates des Kreises. Mit dem erwähnten Gesetz wurde aber auch der vorbeugende Brandschutz für die Freiwillige Feuerwehr Ebersbach zu einer wichtigen Aufgabe gemacht.

Auf Basis des erwähnten Brandschutzgesetzes bekamen die Freiwilligen Feuerwehren 1959 ein neues Statut, welches 1972 geändert wurde und 1976 eine Neufassung bekam, die bis 1990 galt. In dem Statut des Jahres 1959 wurde auch festgelegt, dass Wirkungsbereiche der Feuerwehr zu bilden sind. Die Freiwillige Feuerwehr Ebersbach war mit den Wehren von Neugersdorf, Walddorf, Eibau, Oberoderwitz und Neueibau zu solch einer Einheit mit einer Wirkungsbereichsleitung verbunden. In den achtziger Jahren wurde durch Hinzuordnung weiterer Feuerwehren der umliegenden Orte, dieser Wirkungsbereich vergrößert.

1957 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Ebersbach, wegen ungenügender technischer Ausrüstung ein neues Löschfahrzeug vom Typ „Robur“ mit einer tragbaren Motorspritze, deren Leistung 800 Liter pro Minute betrug. Dazu kam zum gleichen Zeitpunkt ein Schlauchtransport-Anhänger mit 420 Meter gekuppelten, gummierten B-Druckschlauchen. Mit dem Einsatz der motorisierten Technik war es den Kameraden der Feuerwehr endlich vergönnt, die vielen Jahrzehnte, mit Handzug genutzten Schlauchwagen, in den Gerätehäusern stehen zu lassen. Es änderte sich aber auch die Struktur der Feuerwehr in Ebersbach. So wurde nicht mehr, wie einst üblich, in den einzelnen Gruppen, sondern in 2 Zügen der Übungs- und Einsatzdienst durchgeführt.

So bestand der 1. Zug aus dem Löschzug, dem Katastrophenzug, den Sauerstoff-Schutzgeräteträgern (SSG) und den Kameraden aus dem Stadtteil Haine. Der zweite Zug wurde gebildet aus den Gruppen 1, 2 und 4, die sich aus den Kameraden vom Oberdorf bis „Neue Sorge“ und Spreedorf zusammensetzten. Die modernen Fahrzeuge wurden im heutigen Gebäudekomplex der Bahnhofstraße 6 stationiert und in erster Linie vom ersten Zug genutzt. Ein 1963 angeschaffter Tragkraftspritzen-Anhänger mit einer TS 8 wurde im Depot an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule untergebracht. Es gab dazu aber lange Zeit kein Zugfahrzeug. Ein weiteres Gerät dieser Art wurde 1969 für den ersten Zug angeschafft.

Die zunehmende Reglementierung der Freiwilligen Feuerwehr durch übergeordnete Behörden, forderte auch von der Feuerwehr in Ebersbach eine entscheidende Korrektur der Mannschaftsstärke. So wurde Ende der fünfziger Jahre verlang, dass die Wehr auf maximal 80 Angehörige reduziert wird. Diese Aufgabe musste erfüllt werden. Die Folge davon war eine gewisse Unruhe in der Feuerwehr. Dieses moralische Übel konnte erst in den Folgejahren durch allmähliches Vergessen beseitigt werden. So zerfiel auch nach 1975 der 2. Zug mehr und mehr wegen fehlender Technik, wie sie dem ersten Zug zur Verfügung stand.

Nach 1970 nahm die Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach mit Großgeräten folgende Entwicklung:

  • 1972 Aussonderung des alten Mannschaftswagens „Ford“. Er war in der Wehr unter dem Namen „Meilenschreiter“ bekannt. Er besaß Rechtslenkung und als Tacho einen Meilenzähler.
  • 1975 Aussonderung der 1926 angeschafften „Magirus“-Schiebeleiter. Seitdem hat die Feuerwehr in Ebersbach keine fahrbare Leiter.
  • Mai 1980 Übernahme eines fabrikneuen Barkas B 1000 mit TS 8 Februar 1985 Übernahme eines gebrauchten W 50 als Tanklöschfahrzeug
  • Mai 1988 Übernahme eines gebrauchten LF 16 mit fest eingebauter Pumpe
  • Dezember 1992 Anschaffung eines fabrikneuen Tanklöschfahrzeuges „Mercedes“ TLF 16/25 sowie eines gebrauchten LKW „Robur“ aus ehemaligem NVA-Bestand für den Jugendzug.

Ende des Jahres 1993 sind an Fahrzeugen vorhanden:

  • der 1980 übernommene Barkas
  • das 1985 übernommene Löschfahrzeug „W 50“ LF 18
  • das 1985 übernommene Tankloschfahrzeug „Mercedes“ und
  • der LKW „Robur für den Jugendzug

Nach 1955 besaß die Freiwillige Feuerwehr Ebersbach ein selbstgebautes Notstromaggregat sowie eine Feldtelefonanlage polnischer Herkunft.

Zu erwähnen wäre noch, dass der vorhandene Steigerturm an der Spreedorfer Schule bei deren Renovierung 1992 mit abgerissen wurde.

Die Frauengruppe

Standen die Ehefrauen und Mütter unserer Feuerwehrmänner seit jeher als moralische Stutze und mit aktiver Hilfe bei der Gestaltung von Festen und Feiern zur Seite, so sind sie nun auch aktiver Teil der Feuerwehr.

Aufbauend auf das Statut der Feuerwehr vom Jahr 1959, wonach jeder Bürger Feuerwehrangehöriger werden kann, wurde 1964 mit 6 Frauen eine „Frauengruppe der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach“ gegründet. Die Frauen dieser Gruppe arbeiten im vorbeugenden Brandschutz, das heißt, sie wirkten und wirken aufklärend bei den Bürgern, um Brände zu verhüten und führen Brandschutzkontrolle in Wohnungen, im Handel, in Schulen, Kindergärten, Kinderkrippen und Betrieben durch.

Von den Frauen wurden Weiterbildungslehrgänge besucht, um ihr Wissen für den Feuerwehrdienst zu festigen. Eine Kameradin besuchte sogar zwei Jahre das organisierte Selbststudium. Bei Einsätzen der Feuerwehr waren teilweise die Frauen mit dabei und standen ihren Mann. In den Jahren nach der politischen Wende, hat die Feuerwehr Ebersbach viele neue technische Geräte und ein neues Einsatzfahrzeug erhalten. Zu dessen Bedienung haben die Frauen in Schulungen ebenfalls ihr Wissen erweitert. Aus den Reihen der Frauengruppe ist eine Kameradin in den operativen Dienst, also in die Einsatzgruppe der Männer gewechselt.

1993 sind in der Frauengruppe 13 Kameradinnen tätig. Die Leistungen dieser Frauen beweisen, dass sie nicht nur eine Uniform tragen.

Jugendfeuerwehr

Eine weitere intensive Arbeit zur Gewinnung von jungen Leuten für die Tätigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach begann mit dem Aufbau sog. Arbeitsgemeinschaften „Junge Brandschutzhelfer“ in den Schulen des Stadtgebietes. So wurde 1962 in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule unter der Leitung des Kameraden Martin Matthes, die erste Arbeitsgemeinschaft mit 8 Schülern gegründet. In den Jahren danach folgten die Hainschule und die Schulen im Neubaugebiet Oberland. Bei der Betreuung dieser Gruppen machten sich auch die Angehörigen der Frauengruppe sehr verdient. Leider war der erwartete Erfolg, Nachwuchs für die Wehr zu bekommen, sehr gering. Ursache dazu war das damals gültige Brandschutzgesetz, welches keine Möglichkeit bot, die jungen Leute zwischen 14 und 16 Jahren, in der Feuerwehr zu betreuen. Mit dem Ende der DDR zerfiel auch diese Art der Jugendarbeit.

Es begann ein neuer Abschnitt mit der Gründung eines Jugendzuges am 3. Mai 1991 um 14:00 Uhr im Rathaus Ebersbach. Zu dieser Veranstaltung waren der Bürgermeister Herr Heinicke, Herr Teubert vom Dezernat II, Herr Kahlert als Leiter des Ordnungsamtes sowie von Seiten der Feuerwehr der Wehrleiter Herr Roland Graff, dessen Stellvertreter Herr Georg Jung und der Leiter des Jugendzuges Herr Andreas Gampe anwesend. Die Stärke des Jugendzuges zählte an diesem Tag schon 12 Mitglieder. Am Jahresende waren es schon 16 Jugendliche. 1992 wurden aus diesem Jugendzug schon 5 Kameraden nach ihrem Probejahr und dem Erreichen des 18. Lebensjahres an die aktive Wehr überstellt. 1993 konnten wieder 5 junge Leute der aktiven Wehr beitreten.

Im April 1993 wurde dem Jugendzug ein eigenes Fahrzeug übergeben. Es wurde aus Fördermitteln finanziert und durch Eigeninitiative der älteren Angehörigen des Jugendzuges einsatzfähig hergerichtet.

Von Seiten der Stadt wurde dazu ein kompletter Tragkraftspritzen-Anhänger und ein Schlauchtransport-Anhänger zur Verfügung gestellt. Diese materielle Hilfe löste einen Drang junger Menschen zum Jugendzug aus. Ende Oktober 1993 betrug die Zugstarke 13 Mitglieder und 5 Anwärter.

Ein neues Feuerwehrdepot

Mit der Anschaffung des neuen Tanklöschfahrzeuges im Jahre 1985, wurde das vorhandene Depot zu klein. Zum zweiten fehlte eine Raumheizung. Das Fahrzeug, welches in den Wintermonaten frostsicher untergebracht werden musste, wurde deshalb in den Räumen der Spinnerei und Weberei stationiert. Die Folgen davon waren erschwerte Ausrückebedingungen im Bedarfsfall.

Es machte sich der Bau eines neuen Depots zwingend notwendig. Da im Grundstück Bahnhofstraße 6 ein geeignetes Gebäude vorhanden war, brauchte kein neues Terrain für den Feuerwehrstutzpunkt gefunden werden. Mit dem Umbau des Gebäudes wurde 1988 begonnen.

Dass dieser Bau vor wenigen Jahren überhaupt begonnen wurde, ist ein ganz besonderer Verdienst des ehemaligen Wehrleiters Heinz Richter. Er gab all seine Kraft für das so dringend notwendige Feuerwehrdepot. Im Mai 1992 erfolgte die offizielle Übergabe durch den Bürgermeister der Stadt Ebersbach an die Freiwillige Feuerwehr Ebersbach. Damit war eine wesentliche Verbesserung der Einsatzbedingungen für die aktive Einheit der Ebersbacher Feuerwehr geschaffen.

Neue Aufgaben stehen bevor

Mit dem Gesetz über den Brandschutz und die Hilfeleistung der Feuerwehren im Freistaat Sachsen vom 2. Juli 1991, ergeben sich nun neue Aufgaben für die Feuerwehr. So ist als eine zusätzliche Aufgabe die Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen und anderen Havarien auf den Straßen hinzugekommen. Damit hat sich aber die Zahl der notwendigen Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach um ein Vielfaches gegenüber all den Jahren vorher erhöht. Die Aufgaben selbst sind aber nur lösbar mit der entsprechenden Technik, wie sie der Ebersbacher Feuerwehr mit dem neuen Fahrzeug im April 1993 übergeben wurde.

Auch das Alarmierungssystem wurde seit 1992 schrittweise verändert. Wenn bisher die Wehr seit nunmehr 60 Jahren mit Sirenen alarmiert wurde, erfolgt dieses heute überwiegend über kleine Mikroempfänger, die den aktiven Feuerwehrleuten als persönliche Ausrüstung zur Verfügung stehen.

Neu ist nun aber auch, dass seit 1992 von der Stadt eine Feuerwehrabgabe von allen männlichen Einwohnern im Alter von 18 – 55 Jahren, die nicht der Wehr angehören, erhoben wird.

Ein Wort zum Schluss

Weit gesteckt sind die Aufgaben jeder Feuerwehr. Groß sind die Verdienste, die sich die Freiwillige Feuerwehr Ebersbach im Laufe der Jahrzehnte ihres Bestehens um das Wohl ihrer Mitburger und um den Schutz der Guter der Heimat erworben hat. Wie viele unabschätzbaren Werte sind durch ihren selbstlosen Einsatz, durch ihr Pflichtgefühl und durch ihren Diensteifer erhalten geblieben.

Und wenn man bedenkt, dass die Ebersbacher Feuerwehr sich heute (Oktober 1993) aus 48 Einsatzkräften, 13 Frauen, 11 Alterskameraden sowie dem Jugendzug mit 13 Personen zusammensetzt, bleibt zu hoffen, dass mancher junge Bursche sich um die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach bewirbt, damit auch in Zukunft mit einer kräftigen Wehr den Bürgern, die in Not und Gefahr geraten, geholfen werden kann.